Unsere nächsten Lesungen 2018 finden statt am:

Mittwoch, 23. Mai, 19.30 Uhr

„Pasaremos“ – Organ der XI. Brigade

Buchvorstellung mit Werner Abel

„Pasaremos“ war die Zeitschrift der größten Internationalen Brigade im Spanischen Krieg (meist Spanischer Bürgerkrieg genannt). In der XI. Brigade, der im Herbst 1936 gebildeten „Thälmann-Brigade“, waren überwiegend deutschsprachige Internationalisten organisiert; für viele war die Verteidigung der spanischen Republik eine Station ihres politischen Exils.

Mit dem Reprint der Zeitung hat Werner Abel erstmals einen vollständigen Nachdruck der Zeitschrift einer Interbrigade herausgegeben.
In ihr schrieben z.B. Lion Feuchtwanger, Ludwig Renn, Egon Erwin Kisch, Maria Osten u.a. Gleichzeitig war sie Verlautbarungsorgan für programmatische Aussagen der republikanischen spanischen Regierung und der Kommunistischen Partei Spaniens. Die Zeitung verstand sich durchgehend als Volksfront-Organ, d.h. in ihr fanden Texte Platz, die nicht allein einer politischen Linie folgten.

Werner Abel ist Historiker und forscht seit vielen Jahren u.a. in bisher nicht zugänglichen Quellen zum spanischen Bürgerkrieg.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Antiquariat Walter Markov.

Eintritt: frei

Donnerstag, 31. Mai (Fronleichnam), 13.30 Uhr

Timm Koch – Herr Bien und seine Feinde - Vortrag mit praktischer Anschauung

Vortrag und Ausflug am Feiertag

„Insektensterben“ ist eines der jüngsten Schlagwörter, wenn es um die Folgen von Klimawandel und industrieller Landwirtschaft geht. Timm Koch studiert und lebt mit seiner Familie die archaischen Techniken der Nahrungsbeschaffung – so eben auch der Imkerei. In der Tradition vieler Imker versteht er den Schwarm – das Volk als ein „Einwesen“, das zu seinem Überleben vieler komplexer Einzeltätigkeiten bedarf. Wird eine davon durch äußere Einflüsse gestört, droht der Zerfall bis hin zum Aussterben.
Wie funktioniert „der Bien“? Welche Bedrohung stellt industrieller Pflanzenschutz (Bayer/Monsanto) dar? Sind Bestäuberdrohnen eine Alternative? Diese Fragen werden im Vortrag geklärt. Das Buch von Timm Koch kann bei der Veranstaltung erworben werden.

Dazu gibt es Kaffee/Tee und Bienenstich

Anschließend haben wir bei entsprechend gutem Wetter (bei Regen sind Bienen wenig aktiv und schlecht zu beobachten) die Möglichkeit, in Beuel Bienenstöcke von innen zu entdecken und einiges an alten und neuen Techniken der Imkerei in natura kennenzulernen.
Wir bitten deshalb bei Anmeldung mitzuteilen, ob Sie ggf. bereit sind, unmotorisierte Teilnehmer mit nach Beuel zu nehmen.

Eintritt: 12,00 €

Mittwoch, 06. Juni, 19:30 Uhr

50 Jahre 1968 – Warum flog die Tomate?

Buchpräsentation und Gespräch mit Gisela Notz

2018 steht im Zeichen von Karl Marx, der in diesem Jahr 200 Jahre alt würde. Es wird viele Kongresse und Publikationen geben, die sich mit diesem wichtigen Mann beschäftigen. Das Jahr 2018 ist aber noch aus einem anderen Grunde ein historisch wichtiges Jahr: 1968 machte sich eine Generation junger Menschen auf, um die Gesellschaft zu verändern. 1968 ist zu einer Chiffre geworden für eine Revolte, die soviel in Gang gesetzt und so viel angestoßen hat, dass sie auch 50 Jahre danach noch zum Buhmann taugt. Schließlich wird das Engagement von „damals“ für die „Zerrüttung“ alles Möglichen verantwortlich gemacht.

Das gilt auch für die im Rahmen der Studentenbewegung entstandene Neue Frauenbewegung. Deren Entstehung war bereits in der Kritik der studentischen Bewegungen begründet. Obwohl bei vielen Demonstrationen und Aktionen dieser Zeit Frauen führend beteiligt waren und sie auch innerhalb des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) keine untergeordnete Rolle spielten, spielten die Probleme, die Frauen aufgrund der traditionellen geschlechtsspezifischen Arbeits- und Aufgabenverteilung hatten, bei den „Helden der Bewegung“ praktisch keine Rolle.
Die sogenannten 68er setzten damit eine Tradition fort, die sich auch in den älteren Frauenbewegungen gezeigt hatte: Trotz vielfältigen Engagements, das die Frauenbewegungen in Deutschland zu allen Zeiten auszeichnete, blieben die spezifisch weiblichen Lebensbedingungen lange Zeit kein zentrales Thema gemischtgeschlechtlicher sozialer und Protestbewegungen. Auch 50 Jahre nach 1968 ist mehr von den „Revolutionären“ die Rede als von den „Revolutionärinnen“ und ihren Anliegen.  Mit der Neuauflage dieses 2006 zuerst veröffentlichten Büchleins sollen die revoltierenden Frauen in den Mittelpunkt gerückt werden.

Gisela Notz, Sozialwissenschaftlerin, lebt und arbeitet in Berlin. Schwerpunkte: Geschichte der Arbeiterinnenbewegung, Alternative Ökonomie. Demnächst erscheint: Wegbereiterinnen, Zu Unrecht vergessene Frauen in der Geschichte.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Eintritt: frei

Mittwoch, 13. Juni, 19.30 Uhr

Karin Schwippert liest Kazuo Ishiguro

Im letzten Jahr erhielt der in London lebende japanische Schriftsteller Kazuo Ishiguro den Literaturnobelpreis. Das Komitee lobte Ishiguro mit den Worten „all seine Bücher sind wundervoll und aufregend … von großer emotionaler Kraft“ und nannte ihn einen brillanten Autor. Karin Schwippert wird in ihrem Vortrag über seine Romane und seine Erzählkunst, seine Themen und Anliegen sprechen und einige Romane mit Leseproben vorstellen.

Karin Schwippert ist Anglistin und im Vorstand der deutsch-britischen Gesellschaft

Eintritt: 8,00 € (inkl. Getränke)

Donnerstag, 05. Juli, 19.30 Uhr

Glenn Jäger: „In den Sand gesetzt“ - die Fußball-WM 2022 in Katar

Noch immer gilt die Vergabe der Fußball-WM 2022 durch die FIFA an Katar als Mysterium. Dabei erschien der Zuschlag gerade westeuropäischen Unternehmen derart lukrativ, dass man früh darauf drängte ins Geschäft zu kommen – Hitze hin, Fußballzwerg her. Inzwischen machen Berichte über sklavenhalterische Arbeitsbedingungen auf den WM-Baustellen die Runde, die die frühere Euphorie in ein zynisches Licht setzen. Auch die vorgebliche Finanzierung dschihadistischer Gruppen durch die Golfmonarchie lässt am Prinzip des völkerverbindenden Sports Zweifel wachsen.
 
Eintritt: 8,00 € (inkl. Getränke)

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